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Künstliche Intelligenz lässt neue IT-Berufe entstehen

von | Mrz 10, 2021 | #Digitaletransformation, #Digitalisierung, #Digitalisierungleben, #Digitalisierungsstrategie

Arbeitnehmer stehen dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) gespalten gegenüber, zeigt eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands Bitkom. Zwei Drittel befürchten Arbeitsplatzverluste, während rund die Hälfte zugleich Hoffnungen äußert, durch KI von vielen zeitraubenden Routineaufgaben entlastet zu werden und mehr Freiraum für individuelle Aufgaben zu gewinnen. Die Erfahrungen aus vergangenen technologischen Umbrüchen in der Wirtschaft zeigen: Es verschwinden tatsächlich viele Arbeitsplätze, aber sie entstehen in gleichem Maß auch nahezu parallel wieder mit zahlreichen neuen Tätigkeiten. Künstliche Intelligenz wird zu ähnlichen Veränderungen in einer ganzen Reihe von Branchen führen. Der Wandel betrifft nicht nur die Anwender in der Wirtschaft und anderen Bereichen, sondern auch die Schöpfer der KI – die ITler. Der Bedarf nach den Fachkräften steigt weiter und zudem entstehen rund um Künstliche Intelligenz viele neue IT-Berufe mit neuen Aufgaben und Herausforderungen.

IT-Arbeit geht weit über die Entwicklung von KI-Algorithmen hinaus

Künstliche Intelligenz und selbstlernende Systeme sind keine Standardsoftware, die sich einfach in den Netzwerken der Unternehmen installieren lässt. Vielmehr sind es individuelle Lösungen, die einerseits sehr hohe Kompetenzen in Bereichen wie Entwicklung, Deep Learning und Neuronale Netzwerke erfordern. Daneben brauchen die KI-Entwickler immer mehr Know-how zu wirtschaftlichen Prozessen und einzelnen Branchen, um für sie optimale KI-Lösungen zu schaffen. Genau diese übergreifende Expertise fehlt vielen ITlern noch. Hier warten einige Herausforderungen im Bereich von individueller Weiterbildung oder Coaching und wahrscheinlich auch neue Arbeitsplätze, deren Inhaber gezielt diese Lücke schließen. Weiterer Personalbedarf ergibt sich bei Beratung und Support der KI-Anwender. Nach einer erfolgreichen Implementierung geht es für Entwickler meist weiter zum nächsten Projekt, wenn sie nicht zu der wohl kleinen Minderheit von fest angestellten KI-Entwicklern gehören. Beratung und Support müssen folglich andere übernehmen und weitere an den IT-Bereich angegliederte Berufe und Arbeitsmöglichkeiten werden notwendig.

Automation durch Künstliche Intelligenz verändert auch die IT-Branche selbst

KI-Systeme benötigen überhaupt erst eine umfangreiche Datenbasis, auf deren Grundlage sie selbstlernend arbeiten können. Neben einmaligem Datenaufbau müssen kontinuierlich aktuelle Daten eingepflegt werden. Die Systeme erfordern dazu Anlernprozesse und laufende Überprüfungen. Das sind genauso Aufgaben für neue IT-Berufe. In diesem Bereich kommen viele Routinearbeiten zusammen, deren Automation KI ebenfalls zu leisten vermag – genau wie bei der eigentlichen Entwicklungsarbeit für KI-Systeme oder weiterer Software, Tests und andere IT-Aufgaben. Intelligente Softwareroboter mit selbstlernenden Algorithmen besitzen das Potenzial, viele dieser Aufgaben schneller und zuverlässiger zu erledigen als Menschen. Es gilt sogar als sehr wahrscheinlich, dass Künstliche Intelligenz bald ganz allein neue KI-Anwendungen entwickeln kann. Menschen müssen diesen Prozess dann nur noch kontrollieren und steuern. Das erfordert immer noch hohes Know-how, macht aber viel zeitintensive Entwicklungsarbeit überflüssig.

Fazit: Die aufkommenden Technologien mit Künstlicher Intelligenz verlangen nach neuen oder zusätzlichen Qualifikationen unter den Mitarbeitern – im IT-Bereich und darüber hinaus. Sie sind die Grundvoraussetzung für die Arbeit mit oder rund um KI-Systeme. Das fördert die Entstehung neuer Berufe und entlastet zugleich die aktuellen und künftigen IT-Fachkräfte. Deswegen ist nicht gleich ein exponentielles Wachstum beim Fachkräftebedarf zu befürchten. Der Bedarf wird anhaltend hoch bleiben, aber jeder einzelne Mitarbeiter kann zukünftig durch die Erleichterungen aus den neuen Technologien produktiver arbeiten als heute.

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