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Unternehmen sind ständig mit Innovationen beschäftigt – glauben sie … Doch ihr Innovationsverständnis ignoriert schon den Begriff selbst. Innovation meint wörtlich Erneuerung oder Neuerung. Daran arbeiten Unternehmen aber eher weniger, sondern konzentrieren sich hauptsächlich auf Verbesserung oder Weiterentwicklung von Bekanntem und Etabliertem. Was bisher funktioniert hat, wird einfach etwas aufgehübscht und funktioniert dann weiter für den Geschäftserfolg, lautet die vorherrschende Meinung.

Diese Taktik wiederholt sich leider immer wieder: Bloß kein zu großes Risiko eingehen, und erst einmal abwarten, wohin sich Entwicklung, Kundenwünsche oder Märkte bewegen. Dann kann man immer noch aufspringen und schnell nachziehen. Vielleicht gelingt das sogar hier und da noch, aber als zukunftsfähiges Geschäftsmodell hat diese zaghafte und zaudernde Unternehmenspolitik ausgedient. Zukünftiger Erfolg winkt vor allem über einen Faktor: Innovationskraft.

Innovationsführern lernen

Die Global Player wie Amazon, Google oder auch Tesla stünden nicht da, wo sie heute stehen, wenn sie nicht radikal auf Innovationen und eine innovationsfördernde Unternehmenskultur gesetzt hätten. Ihr Innovationsmanagement muss zum Vorbild für jedes Unternehmen werden. Diese Unternehmen produzieren neue Ideen und Visionen am Fließband, bewerten und prüfen sie, wählen am Ende aber nur eine einzige davon aus, die sie dann ab sofort mit vollem Einsatz zu ihrem nächsten innovativen Produkt oder Service entwickeln. Der Rest wird vielleicht später noch einmal aufgegriffen oder einfach abgehakt. Deswegen ist keiner der Ideengeber böse. Im Gegenteil motiviert es hier eher, beim nächsten Mal eine noch bessere Innovation zu ersinnen.

In diesen Unternehmen herrscht eine ganz andere Innovationskultur: offener, kommunikativer und mit einer hohen Toleranz für Fehler oder Scheitern. Dazu kommt eine äußerst ausgeprägte Agilität in Zusammenarbeit und Führung. Hier leben die prominenten Konzernlenker jedem Mitarbeiter vor, wie es gehen kann oder soll, und schaffen damit Bereitschaft – und natürlich auch Druck -, damit alle mitziehen. In diesen Unternehmen gibt es praktisch keine Abteilungen, die sich immer nur dann verändern, wenn ein Mitarbeiter in den Ruhestand geht. Hier herrscht ständige Dynamik. Mitarbeiter finden sich in regelmäßig wechselnden Teams zusammen und arbeiten dann in immer neuen Konstellationen projektbezogen oder auch nur an Teilen neuer Innovationen. Das befruchtet und treibt Entwicklungen an, denn wenn sich sonst immer nur die gleichen Köpfe treffen, dürfen auch nur ewig gleiche Ergebnisse erwartet werden.

Zu neuen Erfolgen führen

Es kommt jetzt auf die Führung an, in den Unternehmen einen Wandel in diese Richtung einzuleiten. Alte Strukturen müssen aufgebrochen und die Mitarbeiter motiviert werden, sich flexibler zu entwickeln und zu handeln. Bei der Transformation hilft es, andere zu erleben, die schon so arbeiten – in Start-ups zum Beispiel. Diese können einerseits mit ihrer Agilität Inspiration geben und außerdem zu wertvollen Partnern werden, wenn es darum geht, Neues und Innovationen zu entwickeln. Start-ups haben die nächste Generation von Produkten und Dienstleistungen oft schon als Blaupause in vielen Bereichen vorgezeichnet. Schnell finden sich hier zum eigenen Kerngeschäft passende Partner, mit denen Unternehmen dann gemeinsam in die Zukunft gehen.

In all diesen Schritten – neue Arbeitsmodelle, neue Führung, neue Partner – liegt immer ein Stück Risiko. Aber das Risiko gehört stets zur Natur der Innovation. Und auf der anderen Seite lauert das noch viel größere Risiko, auf die Innovationen zu verzichten und weiter wie gehabt vorzugehen. Dieser Weg wird zukünftig allerdings immer schmaler und endet bald im Nirgendwo. Deswegen: Jetzt neue Wege einschlagen!

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