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Neue Ideen zu verfolgen, ist in großen Unternehmen alles andere als einfach. Jede Idee braucht Planung, Steuerung und Kontrolle, damit daraus irgendwann einmal eine echte Innovation oder ein erfolgreiches Produkt reift. An dem Prozess sind oft viele Unternehmensbereiche beteiligt. Seit Jahren laufen die Fäden dabei in den Händen der Innovationsmanager zusammen, die gleichzeitig die Unternehmensführung zu aktuellen Entwicklungen und Fortschritten auf dem Laufenden halten. Lange Zeit hat dieses Konzept in aller Regel gut funktioniert und die deutsche Wirtschaft an der Weltspitze etabliert. Zuletzt haben sich die Rahmenbedingungen allerdings gravierend verändert. Das Innovationstempo hat sich enorm beschleunigt und längst bestimmen andere Entwicklungsrichtung oder Geschwindigkeit: kleine dynamische Start-ups. Etablierte Unternehmen müssen ihr Innovationsmanagement jetzt komplett neu denken, wenn sie nicht abgehängt werden wollen. Und sie brauchen neue Innovationsmanager – die Innovationsmanager 2.0.

Erfolgreiche Innovationen verlangen immer mehr nach einem 360-Grad-Blick

Start-ups setzten schon seit Jahrzehnten in vielen Bereichen Maßstäbe. Aus einigen von ihnen sind selbst Weltkonzerne geworden. Viele andere von ihnen wurden von den Großen der Wirtschaft einfach übernommen, um sich die Innovationen einzuverleiben, die die eigene Forschung und Entwicklung verpasst hatte. So lassen sich heute aber keine Innovationsversäumnisse oder -defizite mehr kompensieren. Zu schnell steigt die Bewertung schon der kleinsten neuen Tech-Firmen. Übernahmen werden dadurch praktisch unmöglich. Bestenfalls Minderheitsbeteiligungen oder Kooperationen liegen noch im Bereich des Machbaren. Die Start-ups bleiben dabei unabhängig und werden zu Partnern der Unternehmen, die sie oftmals durch Corporate Venturing mit Kapital unterstützen. Es entstehen Allianzen auf Augenhöhe, bei denen Unternehmen nicht einfach nur die Innovationen beobachten und irgendwann die Früchte ernten. Kompetenzen werden von Anfang an gebündelt, um das Innovationspotenzial zu stärken. Die Entwicklungsarbeit wird gemeinsam geleistet. Damit reicht das Betätigungsfeld der nächsten Generation von Innovationsmanagern bis in die Start-ups hinein. Dafür müssen sie aber ihr Technologieverständnis weit über das eigene Geschäft oder Unternehmen hinaus erweitern.

Generalisten in Sachen Fortschritt

Für die neue Rolle des Innovationsmanagement qualifiziert nicht mehr unbedingt eine reine Unternehmenskarriere, die zwar viele intime interne Einblicke gewährt, aber eher selten Manager-Typen hervorbringt, die die Arbeit oder das Understatement der Gründer ohne größere Umgewöhnung leben können. Ein kultureller Zusammenstoß bis hin zum Scheitern der Zusammenarbeit sind dadurch vorprogrammiert. Die Innovationsmanager von morgen kennen idealerweise die Arbeit in einem Start-up von innen oder haben im besten Fall schon selbst ein Start-up angeführt. Das Denken in neuen Möglichkeiten oder Technologien wird zur weiteren essenziellen Fähigkeit für künftige Innovationsmanager. Die bestimmenden Themen von morgen wachsen nur selten noch im eigenen Unternehmen, sondern viel eher in anderen Branchen oder Kompetenzbereichen. Diese zu erkennen, ihre Relevanz für das eigene Unternehmen auszumachen und praktisch zu erschließen, wird eine der wichtigsten Aufgaben im neuen Innovationsmanagement. Gefragt sind damit nun weniger interne Koordinatoren, sondern generalistische Innovations-Netzwerker mit breitem technologischem Horizont oder gleich einem kompletten Rundumblick auf alle relevanten Entwicklungen.

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