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Sechs Gründe warum sich Unternehmen mit der Umsetzung von Daten-Strategien schwer tun

von | Okt 28, 2020 | #Digitaletransformation, #Digitalisierung, #Digitalisierungleben, #Digitalisierungsstrategie

Erst Mitte des Jahres zeigte eine Studie des IT-Konzerns Fujitsu, wie es um den Fortschritt der Datenstrategien oder die Datenreife vieler DACH-Unternehmen bestellt ist – eher schlecht. Nur etwa jedes 20. Unternehmen erfüllte die Kriterien eines datengetriebenen Unternehmens, welches seine extern wie intern gesammelten Daten mit nahezu optimaler Effizienz ausschöpft – und dabei sogar in Echtzeit in die Unternehmensprozesse oder -entscheidungen einfließen lässt. Hier liegt eines der wichtigsten Ziele im Rahmen einer erfolgreichen Digitalisierung, denn nur mit sehr hoher Datennutzung oder -reife entsteht überhaupt erst ein wesentlicher Vorteil im Markt und gegenüber Wettbewerbern.

Unternehmen, die hier scheitern oder sich nur stockend entwickeln, drohen weit zurückzufallen – erst recht durch den beschleunigten digitalen Fortschritt in der Corona-Krise. Dabei fehlt es nicht grundsätzlich an Datenstrategien. Der springende Punkt ist der Faktor Mensch in den Unternehmen, der sie aufhält. Es gibt sechs wesentliche Gründe, warum er immer wieder zum Bremsklotz für den Fortschritt hin zum wettbewerbsfähigen, data-driven Unternehmen wird.

#1 Kaum Nachdruck in der Unternehmensführung

Einmal beschlossen lassen viele Unternehmensleitungen die Zügel ziemlich locker bei Digitalisierung oder Datenstrategie. Gerade in KMU fällt das häufiger auf, während die Vorstände großer Konzerne wie beispielsweise der Bahn immer wieder aktiv mit einzelnen Maßnahmen die Entwicklung vorantreiben. Anderswo landen die Datenschätze aber zu oft in Sackgassen, einzelne Unternehmensbereiche blockieren sich gegenseitig und an der Spitze wird ganz konventionell weiter ohne Datenbasis eher aus dem Bauch heraus entschieden.

#2 Fehlende Akzeptanz auf allen Ebenen

Zu solchen Sackgassen und Stillstand kommt es oft, weil es in den weiteren unteren Führungsebenen an Akzeptanz oder grundsätzlichem Verständnis für das neue datenbasierte Handeln fehlt. Dies geht zurück auf eine fehlende Kommunikation zur Notwendigkeit des Wandels oder für eine bessere Transparenz der Datenstrategien. Die Mitarbeiter wurden schlicht nicht mitgenommen auf den neuen Weg.

#3 Keine oder schlechte Darstellung der Vorteile

Die Kommunikation mit den Mitarbeitern reicht in vielen Fällen nicht über die Ausgabe bloßer Schlagwörter und technischer Termini hinaus: Dann schwirren Begriffe wie Deep oder Machine Learning, Data-Mining und Künstliche Intelligenz durch das Unternehmen, ohne dass konkrete Anwendungsbeispiele oder Projekte den Mitarbeitern illustrieren, wie ein Unternehmen in seinen Geschäftsfeldern diese Möglichkeiten nutzen kann. Die Techniken bleiben abstrakt und finden dadurch nur geringe Akzeptanz.

#4 Unklarer unternehmerischer Nutzen

Ohne diese Illustration kann außer den Technikspezialisten meist niemand den Nutzen hinter den Digitalstrategien erkennen. Es bleibt vollkommen unklar, welchen mitentscheidenden Einfluss die konsequente Umsetzung auf die Unternehmenszukunft und damit auf jeden einzelnen Arbeitsplatz hat. Dieser Mangel wirkt sich nicht nur Top-down aus, sondern genauso in umgekehrter Richtung, wenn innovative Ideen und Projekte Bottom-up von den Vordenkern unter den Mitarbeitern kommen, aber mangels eines konkreten oder globalen Verständnisses in den verschiedenen Führungsebenen versanden.

#5 Ebenso undefinierter Mehrwert

Beispielsweise das Konzept eines neuen Digitalprodukts oder nur der Entwurf eines digital veränderten Unternehmensprozess erscheinen oft nicht konkret genug, damit sich Führung oder Mitarbeiter dafür begeistern können. Es fehlt das tiefere Verständnis, das volle Potenzial zu erkennen. In den Unternehmen wird es vielfach versäumt, mit eingängigen Szenarien oder expliziten Zahlen den Mehrwert von Digital- oder Datenstrategie aufzuzeigen, um ihnen eine breite Unterstützung zu sichern.

#6 Keine Datenstrategie ohne Daten

Auf der Suche nach innovativen Ideen oder Geschäftsmodellen gerät ein Denkprozess leicht einmal auf Irrwege. Es rücken dabei dann Ziele in den Blickpunkt, die sinnvoll und erfolgversprechend erscheinen, tatsächlich aber mangels ausreichender Datenbasis überhaupt nicht mit einer Datenstrategie verfolgt werden können. Dann läuft jeder Aufwand schnell ins Leere, und am Ende kann sogar die Gesamtakzeptanz für den digitalen Wandel einen Schaden nehmen.

Doch bei all diesen Punkten verbleibt ein positiver Aspekt als Fazit: Jedes einzelne Hemmnis kann leicht von den Verantwortlichen durch eine Neuausrichtung der ganzen Unternehmenskultur und eine verbesserte, nutzenorientiertere Kommunikation ausgeräumt werden.

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