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Beiräte begleiten und unterstützen immer mehr KMU in Familienbesitz oder Family Offices, wo schwerpunktmäßig das private Familienvermögen verwaltet wird. Knapp drei von vier Familienunternehmen setzen schon auf Beiräte für den wirtschaftlichen Bereich. Auch für das Privatvermögen sind sie laut PwC Deutschland zunehmend häufiger mitverantwortlich und begleiten mittlerweile fast ein Fünftel der Family Offices. Ihre Rolle geht dabei ein großes Stück über die Arbeit privater Vermögensberater oder -verwalter hinaus.

Diese Aufgaben leisten Beiräte in Family Offices

Kapitalanlagen und -märkte sind in den letzten Jahren zunehmend herausfordernder und komplexer geworden. Um dieses Umfeld fundiert analysieren zu können, ist genau wie für die regelmäßige Risikobewertung immer mehr Expertise gefragt. Mit dieser Kompetenzfunktion treffen Beiräte aber weniger konkrete Anlageentscheidungen, sondern dienen vielmehr als Sparringspartner des Family Offices, um unabhängig oder mit Beratern, Geschäftsführern oder Verwaltern die richtigen Anlagestrategien zu finden und sie laufend anzupassen oder weiterzuentwickeln. Der Beirat übernimmt außerdem eine Kontrollfunktion bei den Kapitalanlagen oder gegenüber den Entscheidern und behält ihre gesamte Effizienz im Blick.

Eine besonders wichtige Rolle kommt ihm schließlich als Mediator oder Moderator zwischen den verschiedenen Beteiligten und ihren Interessen zu. Diesen Part übt er familienintern wie extern gegenüber Gesellschaftern, Geschäftsführern oder Verwaltern aus. Besonders in größeren Familienstrukturen erwartet die Beiräte hier oft sehr eine anspruchsvolle und intensive Arbeit. Eine feste Aufgabenbeschreibung gibt es generell aber nicht. Sie ist immer abhängig von den Besonderheiten der Familie und ihres Vermögens. Davon ausgehend definieren die Familien am besten ein individuelles Anforderungsprofil und suchen dann die entsprechenden Kandidaten oder lassen diese von Experten für die Vermittlung profilierter Aufsichts- und Beiräte suchen.

Den idealen Beirat für das Family Office finden

Familienunternehmen, aber auch andere gehen oft den einfachen Weg und suchen nach Aufsichts- oder Beiräten im engeren Umfeld. Hier liegt immer ein gewisses Risiko, dass das oberste Gebot für die Räte – ihre Neutralität – später nicht gewahrt werden kann. Unter Umständen erreicht eine solche Wahl auch nicht das notwendige Kompetenzniveau, die eine unabhängigere Wahl aus einem größeren Kandidatenpool gewährleisten kann. In dieser offenen Auswahl sind auch eher die notwendige Erfahrung und die passenden Persönlichkeitsprofile zu finden. Denn ein guter Beirat muss nicht nur frei von Abhängigkeiten oder Sympathien gegenüber der Familie oder einzelnen Familienmitgliedern sein – ebenso muss er selbst frei von jedem Egoismus oder persönlicher Eitelkeit sein. Das zeigt der Beirat meist schon damit, dass er sich nicht für diese Rolle aufdrängt oder anbietet, sondern diskret wartet, bis er dazu eingeladen wird.

Dann erhält der Beirat gemäß seinen Aufgaben eine entsprechende Vergütung. Eine verantwortungsvolle Beiratstätigkeit ist kein Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung, sondern steht in ihrem Umfang den Leistungen hochqualifizierter Consultants oder Geschäftsführer gleich. Es empfiehlt sich, dabei eher auf einen kleinen Beirat mit großer Qualifikation zu setzen und ihn entsprechend zu vergüten, als ein großes Gremium zu bilden, in dem Aufgaben oder auch die Vergütung kleinteilig aufgespalten werden. Die Bindung an die Beiräte sollte sich weiter über mehrere Jahre erstrecken und jeweils zwischen drei bis fünf Jahren umfassen. Das schafft genauso Kontinuität wie eine Staffelung der vertraglich vereinbarten Tätigkeitszeiträume, wenn ein ganzes Gremium von Beiräten für einzelne Vermögensbereiche gebildet wird.

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