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Automatisierung ist nicht gleich Künstliche Intelligenz

von | Jul 6, 2020 | #Digitaletransformation, #Digitalisierung, #Digitalisierungleben, #Künstlicheintelligenz

Mit den Buchstaben AI oder KI verbinden viele geradezu magische Möglichkeiten für die Zukunft – im positiven wie im negativen Sinn. Manches Unternehmen verspricht gar schon heute revolutionäre Lösungen durch Artificial Intelligence oder Künstliche Intelligenz. Doch ein genauerer Blick zeigt dann oft: Sonderlich intelligent sind diese Lösungen am Ende nicht, denn sie bilden bloß regelbasierte Systeme, die nach den Vorgaben menschengemachter Algorithmen bestimmte Szenarien automatisiert abarbeiten. Eine echte künstliche Intelligenz braucht keine solchen Anleitungen, sondern trifft eigenständig Entscheidungen über die nächsten Schritte. An diese wichtige Unterscheidung schließt sich gleich eine ebenso bedeutsame Frage an: Wo kann KI überhaupt in absehbarer Zeit sinnvoll genutzt werden?

Die große Macht der Daten

Quer durch ein Unternehmen und in seinem externen Umfeld fallen immer mehr Daten von hoher Relevanz für unternehmerische Entscheidungen an. Doch um aus den Daten die richtigen Antworten und Entscheidungen ableiten zu können, müssen die riesigen Datenmengen – Stichwort: Big Data – zunächst zuverlässig analysiert werden. Ein Mensch ist damit überfordert. Eine automatisierte Analyse beherrscht nur die bekannten Routinen, die ihr zuvor ein Mensch gezeigt hat. Doch in den großen Datenbergen entstehen auch immer wieder bisher unbekannte oder unberücksichtigte Strukturen und andere Anomalien, die jede für sich von enormer Bedeutung sein können. Künstliche Intelligenz mit selbstlernenden Techniken wie Deep oder Machine Learning besitzt die Möglichkeiten, viel mehr zu erkennen, als ihr irgendwann einmal beigebracht wurde, und hilft so dabei, Big Data beherrschbar zu machen.

KI als Helfer, nicht als Entscheider

AI-Systeme ersetzen dabei niemanden und behandeln den auf die Erkenntnisse folgenden Prozess niemals selbstständig. Solche autonomen und schwerlich kontrollier- oder nachvollziehbaren Kräfte wird keiner in seinem Unternehmen arbeiten lassen wollen. Deswegen hat die KI immer eine Schnittstelle zu menschlichen Mitarbeitern, an die sie Analyseergebnisse und Reports weiterreicht. Bei hinreichend ausgeprägten Strukturen der Ergebnisse bietet sich eventuell auch eine automatisierte Weiterverarbeitung an. Diese Kombination aus KI und Automatisierung ist bereits überall dort verbreitet, wo es auf schnelle Reaktionen in einzelnen Fällen ankommt, die auf Basis von Datenvergleichen weitgehend zuverlässig getroffen werden können: Produktempfehlungen in Shops, Kredit-Scoring oder das Risk Management bilden hierfür bekannte Anwendungsbeispiele.

Individuelles Potenzial der KI finden und nutzen

Weitere Einsatzmöglichkeiten sind denkbar oder bereits realisiert – unter anderem im Bereich Human Resources. Wo braucht das Unternehmen in der nahen Zukunft welche Mitarbeiter? Künstliche Intelligenz ist in der Lage zu einer vorausschauenden Personalplanung und identifiziert online über Jobportale, Soziale Medien und andere Quellen gleich geeignete Kandidaten für ein aktives Recruiting. Ein anderes wichtiges Einsatzgebiet sind Dokumentenmanagement oder -verarbeitung, wo bisherige Systeme bestenfalls rudimentäre Fähigkeiten aufbringen und im Gegensatz zur KI keine tiefergehende Analyse anzubieten haben. Hier kann künstliche Intelligenz schon heute wertvolle Dienste leisten. An anderen Stellen wie den Chat-Bots zur automatisierten Kommunikation mit Kunden und anderen Personen gibt es vielversprechende Ansätze, die sich zweifellos weiterentwickeln werden. Es lohnt sich, wenn sich Unternehmen mit diesen Ansätzen und den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz im Rahmen von Digitalisierungsstrategien beschäftigen. Individuell eingesetzt beinhalten sie ein großes Potenzial.

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