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Brille auf und los – Die virtuelle Welt hat das Potenzial zur nächsten industriellen Revolution

von | Mai 15, 2022 | #Digitaletransformation, #Digitalisierung, #Digitalisierungleben, #Digitalisierungsstrategie

Gerade bestimmt das Metaverse viele Schlagzeilen aus der Tech-Industrie. Geboren wurde es vor 30 Jahren in dem Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ von Neal Stephenson. Er beschrieb damals Jahre vor dem großen Boom des Internets schon ziemlich genau, wie die Weiterentwicklung einmal aussehen wird. Seine Vision ist in der letzten Zeit Realität geworden. Menschen setzen sich VR-Brillen auf, die ihnen eine erweiterte oder virtuelle Welt zeigen, in die sie mit einem Avatar – ihrem digitalen Zwilling – überall eintreten können. In Stephensons Roman machten die Figuren genau das, was die Menschen heute im Metaverse tun: Zum Beispiel treffen sie virtuell echte oder Onlinefreunde, spielen im Metaverse gegen- oder miteinander und kaufen mit Kryptowährungen Grundstücke in der neuen Welt. Und das ist nur der Anfang.

Zukunftsorientierte Unternehmen arbeiten am Einstieg in das Metaverse

Mancher hält das Metaverse für eine Spielerei und wenig zukunftsträchtig. Das mag damit zusammenhängen, dass es bisher überwiegend von Facebook- beziehungsweise jetzt Meta-Chef Mark Zuckerberg propagiert und vorangetrieben wurde. Doch mit dem Metaverse wächst keineswegs nur ein dreidimensionaler Facebook-Nachfolger heran. Vielmehr bildet es übergreifend mit dem Verschmelzen von realer und virtueller Welt einen weiteren Schritt in der digitalen Transformation. Facebook oder Meta wird dabei nur ein Teilnehmer des Wandels sein und zweifellos einen eigenen Bereich abstecken. Genauso können andere Unternehmen das Metaverse einnehmen und viele arbeiten daran bereits. Mit Microsoft schreitet ein weiteres großes Tech-Unternehmen voran und entwickelt gerade beispielsweise eine VR-Version der Kollaborationsplattform Microsoft Teams. Der Nutzen des Metaverse beschränkt sich aber längst nicht auf die Digitalbranche. Auch andere haben schon, wie günstig der Einstiegszeitpunkt ist und wie schnell sie hier auf einen Schlag zu einem Digital Leader wachsen können.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten: Wer ist schon dabei?

Die Kosten für den Einstieg in die erweiterte oder virtuelle Realität mit AR- oder VR-Brillen fallen vergleichsweise günstig aus. Preise für Brillen und passende Software sinken kontinuierlich und so haben sich Unternehmen wie Accenture oder BMW längst für einen Einstieg in das Metaverse entschieden. Die Unternehmensberatung Accenture nutzt es beispielsweise für ein virtuelles Onboarding und BMW für die Fahrzeugentwicklung. Obwohl das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, berichtet BMW bereits von einer um ein Jahr verkürzten Time-to-Market bei neuen Modellen. In der Aus- und Weiterbildung spricht der Automobilhersteller von bis zu 20 Prozent Zeiteinsparung durch die Nutzung der erweiterten Realität. Andere Bereiche vermelden noch größere Effizienzgewinne: Virtuelle Schulungen von Chirurgen zeigten etwa 90 Prozent bessere Lerneffekte als klassische Weiterbildungen. Aufgrund solcher Zahlen setzt auch Siemens längst auf VR und schult Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun im Metaverse in Sachen Arbeitssicherheit und Werkschutz.

Das Metaverse als Antwort auf eine komplexe, krisenbehaftete Welt

Marianne Janik, die Chefin von Microsoft in Deutschland, hat es gerade erst auf der Hannover Messe 2022 branchenübergreifend auf den Punkt gebracht. Krisen wie Klimawandel, Krieg, stockende Lieferketten oder Pandemie zwingen Unternehmen mehr denn je gerade zu einem nachhaltigen Wandel. Eine weitreichende digitale Transformation bildet den Kern dieses Wandels. Risiken müssen besser und umfassender bewertet werden. Anschließend braucht es durchdachte und vorausschauende Antworten auf diese Risiken und ein fundiertes, nachhaltiges Risikomanagement. Dieses Management funktioniert am besten datenbasiert und mit der Nutzung neuer Digitaltechnologien wie dem Metaverse. Marianne Janik geht weiter auch direkt auf die Bedenken bei solchen Digitalisierungsschritten ein. Auch wenn US-Unternehmen wie Microsoft die Plattformen und Programme liefern, lässt sich trotzdem ein Datenschutz nach europäischen Standards gewährleisten. Europäische oder nationale VR-Dienstleister garantieren diesen hohen Datenschutz ohnehin – und liefern jedem Unternehmen kostengünstige individuelle VR-Anwendungen.

Gedanken zu solchen Anwendungsmöglichkeiten gehören jetzt in jede Digitalisierungsstrategie. Das noch junge Metaverse bietet die Chance, mit wenig Aufwand schnell in eine digitale Führungsrolle hineinzuschlüpfen und damit auf einen Schlag auch eventuelle Rückstände bei der digitalen Transformation aufzuholen.

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